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Mittwoch, 15. November 2017

Was aus dem Dutch Oven: Hamburger National

Ich liebe die kulinarischen Krimis von Carsten Sebastian Henn. Neben der Reihe um den Koch Julius Eichendorff, die vorzugsweise im Bereich der Ahr spielt, hat er auch einige "internationale" Kriminalfälle zu Papier gebracht, die den herrlich verschrobenen und einzigen Lehrstuhlinhaber der Kulinaristik Prof. Dr. Dr. Dr. (hc) Adalbert Bietigheim veranlassen, quasi nebenberuflich seinen Ermittlungen nachzugehen.

Im 4. dieser Fälle verschlägt es den Professor auf die Insel Islay, um dort den Mord an einem Pub-Inhaber aus Edinburgh aufzuklären...Eines Mittags überrascht ihn seine zwischenzeitlich angereiste Assistentin mit einem dem Wetter auf der kleinen schottischen Insel angepassten, jedoch für den Professor durch und durch heimatlichen Gericht..."Hamburger National"! 

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich noch nie von diesem Gericht gehört hatte. Gleichzeitig wurde mir klar, dass es geradezu danach schrie, nachgekocht zu werden...und zwar im Dutch Oven...auch wenn es kein ausdrückliches DO-Gericht ist...Aber gibt es das überhaupt?

Bei meiner Recherche im Internet fielen mir gerade mal zwei Rezepte in die Hände, die dem im Krimi genannten Gericht nahe zukommen schienen. Nun gut...nach der Entscheidung für eines der beiden konnte es aus schon losgehen...

Auf dem Bild sind die eigentlich sehr überschaubaren Zutaten zu sehen...Allerdings musste ich die im Rezept genannten Steckrüben, die ich gerade nicht zur Hand hatte, durch Pastinaken ersetzen...Vorab: Es tat dem Gericht keinen Abbruch... Ach ja: Auf dem Bild habe ich das Schweineschmalz unterschlagen...



Zunächst wurde der gepökelte und geräucherte Schweinebauch in ca. zwei Litern Wasser gekocht. Dies dauerte aufgrund der relativ geringen Außentemperaturen deutlich länger als die im Rezept genannten 45 Minuten. 



Eigentlich ging ich davon aus, dass ordentlich Schub von unten völlig ausreichen würde, das Wasser schnell zum Kochen zu bringen...aber es dauerte dann doch noch eine ganze Weile, so dass ich zur Beschleunigung später noch Briketts auf den Deckel gelegt habe.



Nach abgeschlossener Schnibbel-Arbeit sahen die Zutaten dann so aus...und hier ist auch das Schweineschmalz...:-)



Nach gut eineinhalb Stunden dampfte und brodelte es dann doch noch ordentlich im DO...Das Fleisch war zart und hatte jede Menge Geschmack an das Wasser abgegeben...also runter von den Briketts...und DO wechseln...! Ja...es kamen hier tatsächlich zwei DO zum Einsatz, da die Brühe erhalten und das Fleisch nach Rezept warm gehalten werden sollte.



Nachdem sich der zweite DO aufgeheizt hatte, kam das Schweineschmalz zum Zug. Darin wurden dann zuerst die Zwiebeln und später die Kartoffeln und Pastinaken angeschwitzt. 



Rein damit...



Das war schon ´ne ganze Menge Gemüse...



Das angeschwitzte Gemüse wurde dann mit der Brühe abgelöscht. Das Fleisch wurde ebenfalls in den "Gemüse-DO" verfrachtet. Anschließend wurde noch mit Salz, Pfeffer und Majoran abgeschmeckt.



Abschließend wurde der Eintopf ca. 30 Minuten gekocht, bis die Kartoffeln (in diesem Fall festkochende) und Pastinaken durch waren.



Oh Mann...schon wieder ein Topfwechsel...Im nun leeren "Fleischbrühe-DO" habe ich zum Abschluss die Schinkenspeck-Würfel angebräunt...



Und so sah das Gericht dann aus, als es auf dem Teller gelandet war...Bauchfleisch, Kartoffeln, Pastinaken, etwas Brühe, getoppt von Schinkenspeck-Würfeln und frischer Petersilie...Himmel, was brauchst Du mehr...?



Das Gericht war wirklich ein Genuss. Sehr gehaltvoll, würzig und wärmend...Da kann das Wetter sein wie es will...:-)

Nachkochen!!!

Viele Grüße!
Jochen

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