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Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ein Wein...äh...zwei...: 2013 und 2014 Sauvignon Blanc "Pleisweiler-Oberhofen", Weingut Wilker, Pfalz

Heute geht es mal um zwei Weine, die mir vor ein paar Stunden im Weinkeller in die Hände gefallen sind...Mir war gar nicht bewusst, dass die beiden noch da lagen...Aber: Da kann Abhilfe geschaffen werden...und da diese Beiden SB´s schon ein paar Jahre der Ruhe im Keller hinter sich haben, sollte man Sie nun wieder an´s Tageslicht bringen...Abgesehen davon ist die Gelegenheit günstig...Meine Göttergattin veranstaltet gerade einen Abend für eine liebe Freundin, an welchem es um die Vorstellung und den Vertrieb von Kunststoffbehältnissen und -küchenutensilien eines weitverbreiteten und bereits seit 1938 am Markt vertretenen amerikanischen Unternehmens geht...und ich kann mich ganz gelassen in mein Arbeitszimmer zurückziehen... ;-)




Die Weine des Weingutes Wilker liegen mir sehr am Herzen. Bereits seit vielen Jahren verbringen wir immer mal wieder ein paar schöne Tage in der Pfalz...eben vorzugsweise in Pleisweiler-Oberhofen... Das Weingut bietet durch die Bank eine gute bis sehr gute Qualität...vom einfachen Terrassenwein bis hin zu den besten Gewächsen. Ich möchte betonen, dass ich dennoch um größtmögliche Objektivität bemüht bin...also nix mit Gefälligkeitspunkten...wobei ich davon ausgehe, dass es dem Chef Jürgen Wilker reichlich egal sein dürfte, was ich hier so von mir gebe...;-)...Er kann auf seine Fähigkeiten und die seiner Leute vertrauen...und das zu Recht....




Nun gut...zum 2013er: Der Wein präsentiert sich in hellem Strohgold mit leicht grünlichen Reflexen...Die Nase präsentiert sich zunächst zurückhaltend...eher herb...Beim zweiten "Hineinriechen" finden sich vegetabile Noten...frisch geschnittenes Suppengrün...frisch gemähtes Gras...hm...gelbe Steinfrüchte im Hintergrund...aber ich glaube auch etwas mineralisches wahrzunehmen...nasse Feldsteine...Feuerstein vielleicht...kann das sein??? Jedenfalls eine hochinteressante Mischung...Am Gaumen zeigt sich der Wein als saftiger, leicht säuredominierter Kandidat...bitte nicht missverstehen...Die Säure ist keinesfalls spitz oder steht unangenehm im Vordergrund...Sie stellt einfach eine starken Partner im Gesamtgeschmacksbild dar...sagen wir´s mal so...Auch hier finden sich die die bereits erwähnten vegetabilen Noten...jedoch eher im Hintergrund...Ein wirklich schöner, sehr erfrischender Wein...da kann man nicht meckern...!

Und weiter geht´s...jetzt der 2014er: Auch dieser Wein steht hell und strohgolden im Glas...jedoch heller als der 2013er...(eigentlich ist die Farbe bei so jungen Weinen jetzt nicht unbedingt DER Erkenntnisgewinn...aber nach der "alten" Methode "Auge-Nase-Mund" kommt der optische Eindruck halt zuerst...Es wird sogar gelegentlich darüber diskutiert, ob die Farbe überhaupt ein bemerkenswerter Sinneseindruck beim Wein ist...). Die leicht grasigen Aromen (nicht in negativem Sinne) sind hier deutlich zurückhaltender als beim 2013er. Auch die mineralischen Geruchsnoten kann ich hier zunächst nicht feststellen...Ich gehe nicht davon aus, dass das, was ich beim 2013er wahrgenommen habe, bereits Alterserscheinungen waren...dafür stand er viel zu jugendlich im Glas...es muss was anderes sein...Ich habe eher den Eindruck, dass da noch saftige...vollreife Zitrusfrüchte im Spiel sind...Insgesamt ist die Nase deutlich dezenter, als beim 2013er. Am Gaumen zeigt sich der Wein ausgewogener als der 2013er...Noten von frisch geschnittenem Gras...Kräutern...Insgesamt erscheint mir der Wein jedoch ein wenig langweiliger...Ein saftiger, wohlschmeckender Tropfen...keine Frage...aber auch irgendwie fehlen mir die Kanten des 2013er...

Wie auch immer... :-)... Dem 2013er verpasse ich jetzt mal so 86 JMP...der 2014er kommt bei mir auf 84 JMP...

Dennoch ist der Wein ohne Frage eine Kaufempfehlung...Den aktuellen Jahrgang gibt es für 8,20 Euro ab Weingut.

Viele Grüße!
Jochen



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