Wie das so ist...einmal im Jahr bestellen wir uns ein achtel Rind von einem nahe gelegenen Bauernhof...Im November ist es wieder so weit und bis dahin sollten die Bestände an Rindfleisch in der Kühltruhe sich zwecks Raumschaffung dem Ende entgegen neigen... Beim Sichten der Bestände fiel mir ein Stück mit drei Fragezeichen auf dem Etikett in die Hände. Bei Einfrieren hatten wir also keine Ahnung, um was für ein Stück Fleisch es sich denn handelt. Wie auch immer...Ich dachte mir: "Schmoren hilft"...und so sollte dieses Stück in den Dutch Oven wandern und in Pulled Beef verwandelt werden...Sollte jemand anhand des ersten Bildes erkennen, was das denn hier ist, bitte ich um Auskunft über die Kommentarfunktion...
Die Zutaten waren recht überschaubar. Neu für mich war der Coffee Bomb Rub von "Klaus grillt". Tüte aufgeschnitten...rein geschnuppert...für klasse befunden! Ansonsten war´s mit ein paar Zwiebeln, etwas Fond und natürlich dem Fleisch getan. Den Fond, der auf dem Bild zusehen ist, habe ich aber noch durch gekörnte Rinderbrühe ersetzt...Ich wollte dann doch nicht mit Entenfond experimentieren...
Also schreiten wir zu Tat...Das Fleisch habe ich richtig kräftig eingepudert, möglichst luftarm eingetütet und anschießend für 24 Stunden in den Kühlschrank gelegt.
Beim Sichten des Vorrats ist mir noch ein Glas mexikanische Mole in die Hände gefallen..."Muss auch weg!", dachte ich mir. Diese würzige Sauce mit leichter Kakaonote sollte später das gerupfte Rindfleisch toppen...
Nun zum Setup des DO´s...Hier kam übrigens wieder mein geliebter Petromax FT6 zum Einsatz. Dieser hat nämlich, wie links oben im Bild zu erkennen, eine Aussparung im Metall, durch das man das Kabel des Kerntemperatur-Thermometers durchführen kann. Meine anderen...zugegebenermaßen billigeren DO´s haben diese Aussparung leider nicht, so dass das Kabel gequetscht würde...muss ja nicht sein...
...Bißchen Öl ins Töpfchen... :-)
Den Boden des DO habe ich mit Zwiebeln ausgelegt. Zum Einen schützt es das Fleisch vor zu viel direkter Hitze von unten, zum Anderen ergeben diese Zwiebeln zusammen mit den Fleischsäften, dem Fond und den Gewürzen einen wirklich leckeren Sud, den man am Schluss hervorragend zum gerupften Fleisch geben kann.
Das Fleisch nimmt Platz...
Angegossen habe ich das Ganze noch mit ca. 400 ml Rinderbrühe...
Und so sah es dann aus...
Was soll ich sagen...Das Fleisch war von der sehr schnellen Truppe! Nach ca. zweieinhalb Stunden waren eine Kerntemperatur von 94 Grad erreicht. Also raus aus dem DO und ab in eine Warmhaltebox...für ca. eine Stunde...
Da lag es nun, duftete hammermäßig und wartete darauf, gepullt zu werden...
Das Pullen ging dank der "Bärenkrallen" recht fix und einfach...Das Fleisch war jetzt nicht so butterzart, wie ich das von Pulled Pork kenne...aber das hatte ich auch nicht erwartet, da hier deutlich weniger Fett im Fleisch enthalten war. Außerdem mag ich es eigentlich auch eher stückig als total kleingekocht...Und zusammen mit dem Sud aus dem DO war das Ganze eine unglaublich "g´schmackige" Angelegenheit...
Als Burgerbun hat diesmal ein Roggenmischbrötchen von unserem Haus- und Hofbäcker, der Bäckerei Hilger aus Rieden hergehalten...und es war genau die richtige Wahl. On Top kam etwas von der erwärmten Mole...kein Kraut, keine extra Zwiebeln...ohne weiteres Gedönse, dass vom Rindfleischgeschmack ablenken könnte...Und es war weltklasse...! Das würzige, saftige Fleisch, der Klecks Sauce und nicht zuletzt das innen luftige und außen knusprige Brötchen waren eine Hammer-Kombination!
Manchmal kann Spaß so einfach sein! NACHMACHEN!!!
Viele Grüße!
Jochen
