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Dienstag, 24. Oktober 2017

Was aus dem Dutch Oven: Pulled Beef

Wie das so ist...einmal im Jahr bestellen wir uns ein achtel Rind von einem nahe gelegenen Bauernhof...Im November ist es wieder so weit und bis dahin sollten die Bestände an Rindfleisch in der Kühltruhe sich zwecks Raumschaffung dem Ende entgegen neigen... Beim Sichten der Bestände fiel mir ein Stück mit drei Fragezeichen auf dem Etikett in die Hände. Bei Einfrieren hatten wir also keine Ahnung, um was für ein Stück Fleisch es sich denn handelt. Wie auch immer...Ich dachte mir: "Schmoren hilft"...und so sollte dieses Stück in den Dutch Oven wandern und in Pulled Beef verwandelt werden...Sollte jemand anhand des ersten Bildes erkennen, was das denn hier ist, bitte ich um Auskunft über die Kommentarfunktion...

Die Zutaten waren recht überschaubar. Neu für mich war der Coffee Bomb Rub von "Klaus grillt". Tüte aufgeschnitten...rein geschnuppert...für klasse befunden! Ansonsten war´s mit ein paar Zwiebeln, etwas Fond und natürlich dem Fleisch getan. Den Fond, der auf dem Bild zusehen ist, habe ich aber noch durch gekörnte Rinderbrühe ersetzt...Ich wollte dann doch nicht mit Entenfond experimentieren...




Also schreiten wir zu Tat...Das Fleisch habe ich richtig kräftig eingepudert, möglichst luftarm eingetütet und anschießend für 24 Stunden in den Kühlschrank gelegt. 



Beim Sichten des Vorrats ist mir noch ein Glas mexikanische Mole in die Hände gefallen..."Muss auch weg!", dachte ich mir. Diese würzige Sauce mit leichter Kakaonote sollte später das gerupfte Rindfleisch toppen...



Nun zum Setup des DO´s...Hier kam übrigens wieder mein geliebter Petromax FT6 zum Einsatz. Dieser hat nämlich, wie links oben im Bild zu erkennen, eine Aussparung im Metall, durch das man das Kabel des Kerntemperatur-Thermometers durchführen kann. Meine anderen...zugegebenermaßen billigeren DO´s haben diese Aussparung leider nicht, so dass das Kabel gequetscht würde...muss ja nicht sein...

...Bißchen Öl ins Töpfchen... :-)



Den Boden des DO habe ich mit Zwiebeln ausgelegt. Zum Einen schützt es das Fleisch vor zu viel direkter Hitze von unten, zum Anderen ergeben diese Zwiebeln zusammen mit den Fleischsäften, dem Fond und den Gewürzen einen wirklich leckeren Sud, den man am Schluss hervorragend zum gerupften Fleisch geben kann.



Das Fleisch nimmt Platz...



Angegossen habe ich das Ganze noch mit ca. 400 ml Rinderbrühe...



Und so sah es dann aus...



Was soll ich sagen...Das Fleisch war von der sehr schnellen Truppe! Nach ca. zweieinhalb Stunden waren eine Kerntemperatur von 94 Grad erreicht. Also raus aus dem DO und ab in eine Warmhaltebox...für ca. eine Stunde...



Da lag es nun, duftete hammermäßig und wartete darauf, gepullt zu werden...



Das Pullen ging dank der "Bärenkrallen" recht fix und einfach...Das Fleisch war jetzt nicht so butterzart, wie ich das von Pulled Pork kenne...aber das hatte ich auch nicht erwartet, da hier deutlich weniger Fett im Fleisch enthalten war. Außerdem mag ich es eigentlich auch eher stückig als total kleingekocht...Und zusammen mit dem Sud aus dem DO war das Ganze eine unglaublich "g´schmackige" Angelegenheit...



Als Burgerbun hat diesmal ein Roggenmischbrötchen von unserem Haus- und Hofbäcker, der Bäckerei Hilger aus Rieden hergehalten...und es war genau die richtige Wahl. On Top kam etwas von der erwärmten Mole...kein Kraut, keine extra Zwiebeln...ohne weiteres Gedönse, dass vom Rindfleischgeschmack ablenken könnte...Und es war weltklasse...! Das würzige, saftige Fleisch, der Klecks Sauce und nicht zuletzt das innen luftige und außen knusprige Brötchen waren eine Hammer-Kombination! 



Manchmal kann Spaß so einfach sein! NACHMACHEN!!!

Viele Grüße!
Jochen

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Ein Wein...äh...zwei...: 2013 und 2014 Sauvignon Blanc "Pleisweiler-Oberhofen", Weingut Wilker, Pfalz

Heute geht es mal um zwei Weine, die mir vor ein paar Stunden im Weinkeller in die Hände gefallen sind...Mir war gar nicht bewusst, dass die beiden noch da lagen...Aber: Da kann Abhilfe geschaffen werden...und da diese Beiden SB´s schon ein paar Jahre der Ruhe im Keller hinter sich haben, sollte man Sie nun wieder an´s Tageslicht bringen...Abgesehen davon ist die Gelegenheit günstig...Meine Göttergattin veranstaltet gerade einen Abend für eine liebe Freundin, an welchem es um die Vorstellung und den Vertrieb von Kunststoffbehältnissen und -küchenutensilien eines weitverbreiteten und bereits seit 1938 am Markt vertretenen amerikanischen Unternehmens geht...und ich kann mich ganz gelassen in mein Arbeitszimmer zurückziehen... ;-)




Die Weine des Weingutes Wilker liegen mir sehr am Herzen. Bereits seit vielen Jahren verbringen wir immer mal wieder ein paar schöne Tage in der Pfalz...eben vorzugsweise in Pleisweiler-Oberhofen... Das Weingut bietet durch die Bank eine gute bis sehr gute Qualität...vom einfachen Terrassenwein bis hin zu den besten Gewächsen. Ich möchte betonen, dass ich dennoch um größtmögliche Objektivität bemüht bin...also nix mit Gefälligkeitspunkten...wobei ich davon ausgehe, dass es dem Chef Jürgen Wilker reichlich egal sein dürfte, was ich hier so von mir gebe...;-)...Er kann auf seine Fähigkeiten und die seiner Leute vertrauen...und das zu Recht....




Nun gut...zum 2013er: Der Wein präsentiert sich in hellem Strohgold mit leicht grünlichen Reflexen...Die Nase präsentiert sich zunächst zurückhaltend...eher herb...Beim zweiten "Hineinriechen" finden sich vegetabile Noten...frisch geschnittenes Suppengrün...frisch gemähtes Gras...hm...gelbe Steinfrüchte im Hintergrund...aber ich glaube auch etwas mineralisches wahrzunehmen...nasse Feldsteine...Feuerstein vielleicht...kann das sein??? Jedenfalls eine hochinteressante Mischung...Am Gaumen zeigt sich der Wein als saftiger, leicht säuredominierter Kandidat...bitte nicht missverstehen...Die Säure ist keinesfalls spitz oder steht unangenehm im Vordergrund...Sie stellt einfach eine starken Partner im Gesamtgeschmacksbild dar...sagen wir´s mal so...Auch hier finden sich die die bereits erwähnten vegetabilen Noten...jedoch eher im Hintergrund...Ein wirklich schöner, sehr erfrischender Wein...da kann man nicht meckern...!

Und weiter geht´s...jetzt der 2014er: Auch dieser Wein steht hell und strohgolden im Glas...jedoch heller als der 2013er...(eigentlich ist die Farbe bei so jungen Weinen jetzt nicht unbedingt DER Erkenntnisgewinn...aber nach der "alten" Methode "Auge-Nase-Mund" kommt der optische Eindruck halt zuerst...Es wird sogar gelegentlich darüber diskutiert, ob die Farbe überhaupt ein bemerkenswerter Sinneseindruck beim Wein ist...). Die leicht grasigen Aromen (nicht in negativem Sinne) sind hier deutlich zurückhaltender als beim 2013er. Auch die mineralischen Geruchsnoten kann ich hier zunächst nicht feststellen...Ich gehe nicht davon aus, dass das, was ich beim 2013er wahrgenommen habe, bereits Alterserscheinungen waren...dafür stand er viel zu jugendlich im Glas...es muss was anderes sein...Ich habe eher den Eindruck, dass da noch saftige...vollreife Zitrusfrüchte im Spiel sind...Insgesamt ist die Nase deutlich dezenter, als beim 2013er. Am Gaumen zeigt sich der Wein ausgewogener als der 2013er...Noten von frisch geschnittenem Gras...Kräutern...Insgesamt erscheint mir der Wein jedoch ein wenig langweiliger...Ein saftiger, wohlschmeckender Tropfen...keine Frage...aber auch irgendwie fehlen mir die Kanten des 2013er...

Wie auch immer... :-)... Dem 2013er verpasse ich jetzt mal so 86 JMP...der 2014er kommt bei mir auf 84 JMP...

Dennoch ist der Wein ohne Frage eine Kaufempfehlung...Den aktuellen Jahrgang gibt es für 8,20 Euro ab Weingut.

Viele Grüße!
Jochen



Dienstag, 17. Oktober 2017

Ein Wein: 2010 Remelluri Reserva, Rioja, Spanien


Wenn ich mich recht erinnere, habe ich zu einem Vorgängerjahrgang dieses Weins mal ein Verkostungsvideo auf Youtube gesehen...online gestellt von einem Verkostungs-Videoblogg, den es wohl auch schon lange nicht mehr gibt...ähnlich wie winelibrary.tv...Ich habe es geliebt...schade... Nun gut...immerhin ist Hendrik Thoma mit "Wein am Limit" adäquat in die entstandene Lücke gesprungen...Auch ihn schaue ich mir wirklich gerne an...!

Aber jetzt...zum Wein...Der Wein ist eine Cuvèe aus den roten Sorten Tempranillo, Garnacha und Graciano sowie den weißen Sorten Viura und Malvasìa...In der Nase findet sich eine tiefdunkle, holzwürzige Beerenfrucht...balsamische Noten...nasser, bemooster Waldboden...Am Gaumen zeigen sich Noten von Brombeeren, Waldbeeren...vielleicht auch eingelegten vollreifen Pflaumen...Eine angenehme Holzwürze stellt den Rahmen...sehr ausgewogen...und LAAAANG im Abgang...

Ein wirklich schöner, ausgewogener..."warmer"... Wein...Ein Wein für kalte Herbsttage...Ein Wein für einen Abend am Kamin...in aller Ruhe genossen...Ein Wein, dem man den passenden Augenblick für seinen Auftritt gönnen sollte...nichts für den schnellen Schluck...Vielleicht so etwas wie ein Meditationswein...wenn es so etwas überhaupt gibt...Ein Genuss...!

Der Wein ist nicht der Billigste...aber preiswert im besten Sinne...ca. 20 bis 25 Euro...je nach Quelle. Gelegentlich bekommt man ihn mittlerweile auch günstiger.

Unbedingte Genuss- und Kaufempfehlung!... 93 JMP...

Viele Grüße!
Jochen